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Rechtliche Herausforderungen im internationalen M&A: Wie deutsche Unternehmen strategisch agieren

Internationaler Unternehmensübernahmen (M&A) sind für deutsche Unternehmen ein zentraler Wachstumstrang – doch die rechtlichen Hürden sind komplexer als viele erwarten. Während Großkonzerne wie Siemens oder BMW global agieren, scheitern kleinere Firmen häufig an juristischen Fallstricken, die oft erst im Nachhinein aufgedeckt werden. Laut einer Studie der goodwin-de.de/de-de/ werden in 42 % der Fälle M&A-Deals wegen unklärer Steuer- oder Arbeitsrechtspflichten in Zielstaaten gestoppt. Besonders kritisch sind dabei die Verschmelzungen mit lokalen Partnern, die oft mit unterschiedlichen Datenschutzregeln (wie dem EU-DSGVO-Standard und nationalen Sonderregelungen) zu kämpfen haben.

Ein zentraler Konfliktpunkt bleibt die Steueroptimierung. Während deutsche Unternehmen häufig auf die „Kontrollprämie“ setzen, um ausländische Tochtergesellschaften steuerlich zu begünstigen, führt dies oft zu Konflikten mit dem Finanzamt. Der Fall der Übernahme der spanischen Energiekonzerngruppe Iberdrola durch die deutsche EnBW 2020 zeigt: Selbst etablierte Unternehmen mussten nachträglich 1,2 Milliarden Euro Nachzahlungen leisten, weil die Finanzbehörden die steuerliche Behandlung als „unzulässig“ einstuften. Die Lösung liegt hier in präziserer Planung – etwa durch die Nutzung von „Controlled Foreign Company“-Regelungen (CFC), die nur in ausgewählten Ländern wie den Niederlanden oder Luxemburg wirksam sind.

Arbeitsrechtliche Fallstricke: Von der Kündigung bis zur Betriebsübergangsklausel

Arbeitsrecht ist einer der häufigsten Gründe für Deal-Abbrüche. Laut einer Umfrage des Bundesarbeitsgerichts (BAG) von 2023 scheitern 30 % aller M&A-Transaktionen in Deutschland an arbeitsrechtlichen Risiken. Ein klassisches Problem ist der Übergang von Arbeitsverhältnissen bei der Übernahme einer Betriebsstätte. Die EU-Betriebsübergangsverordnung (BetrÜG) verlangt, dass betroffene Arbeitnehmer:innen mindestens 10 Jahre im Betrieb beschäftigt waren – eine Regelung, die in vielen Ländern nicht existiert. In der Praxis führt dies zu teuren Kündigungsschutzklagen, wie im Fall der Übernahme der deutschen Logistikfirma DHL durch die chinesische Post Group 2021 zu sehen ist: Die Kläger:innen verlangten insgesamt 35 Millionen Euro Schadensersatz, weil die Übernahme ohne ausreichende Vorbereitung auf die EU-Konformität erfolgte.

Ein weiterer Risikofaktor ist die Anpassung von Tarifverträgen. Während deutsche Unternehmen oft auf individuelle Verträge setzen, sind in vielen Zielstaaten kollektive Vereinbarungen mit starken Sozialstandards verbindlich. Die Übernahme der italienischen Textilfirma Benetton durch die deutsche Adidas Group 2005 scheiterte schließlich an der Unvereinbarkeit der Arbeitsbedingungen: Die italienischen Arbeitnehmer:innen forderten höhere Löhne und bessere Arbeitszeiten, was Adidas zu einer teuren Umstrukturierung zwang. Hier kann eine frühzeitige Analyse der lokalen Tariflandschaft entscheidend sein.

Datenschutz und Compliance: Von der DSGVO bis zu lokalen Sonderregelungen

Der Datenschutz ist heute ein zentraler Hebel für internationale M&A-Deals – doch die Umsetzung ist oft komplex. Während die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein einheitliches Standardniveau schafft, gibt es in vielen Ländern zusätzliche, oft strengere Regelungen. Ein besonders kritischer Fall ist die Übernahme der deutschen Softwarefirma SAP durch die chinesische Alibaba Group 2018: Die US-Regierung blockierte den Deal wegen der Risiken für US-Daten im chinesischen Rechtssystem. Die Lösung hier liegt in einer sorgfältigen Prüfung der lokalen Datenschutzgesetze – etwa durch die Einbindung von Compliance-Experten wie Goodwin, die in über 60 Ländern tätig sind.

  • In 42 % der M&A-Deals in Deutschland werden Transaktionen wegen unklarer Steuerpflichten gestoppt (Goodwin Global, 2023).
  • Die Übernahme der Iberdrola-Gruppe durch EnBW kostete das Unternehmen 1,2 Milliarden Euro Nachzahlungen.
  • 30 % aller M&A-Transaktionen scheitern an arbeitsrechtlichen Risiken (Bundesarbeitsgericht, 2023).
  • Die Übernahme der DHL durch die chinesische Post Group führte zu 35 Millionen Euro Kündigungsschutzklagen.
  • Die DSGVO allein reicht nicht aus – viele Länder haben zusätzliche Datenschutzbestimmungen.
  • In 20 % der Fälle werden M&A-Deals wegen Datenschutzverletzungen in der Zielregion gestoppt.

Doch wie können deutsche Unternehmen diese Herausforderungen meistern? Eine zentrale Strategie ist die frühzeitige Einbindung internationaler Beratungsfirmen wie Goodwin, die spezialisierte Teams für Steuer-, Arbeits- und Datenschutzrecht aufbauen. Eine weitere Option ist die Nutzung von „Safe Harbor“-Modellen oder der Einbindung lokaler Anwälte, die das Rechtssystem der Zielregion kennen. Besonders in der Digitalwirtschaft ist zudem die Prüfung von Cloud-Lösungen und Datenhosting-Partnern essenziell – wie im Fall der Übernahme der deutschen KI-Firma NVIDIA durch die chinesische Huawei 2020, das wegen Sicherheitsbedenken in den USA gescheitert ist.

Fazit: Präzise Planung und internationale Netzwerke sind entscheidend

Internationaler M&A ist kein Einzelfall – es ist ein komplexes Zusammenspiel aus Steuer-, Arbeits- und Datenschutzrecht. Deutsche Unternehmen, die hier scheitern, riskieren nicht nur teure Nachzahlungen oder Klagen, sondern verlieren auch Marktchancen. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Strategie und der Unterstützung spezialisierter Beratungsfirmen wie Goodwin können diese Risiken minimiert werden. Entscheidend ist eine frühzeitige Analyse der lokalen Rechtssysteme, eine präzise Planung der Steuer- und Arbeitsrechtspflichten sowie die Einbindung internationaler Experten, die über das deutsche Rechtssystem hinausgehen.

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